PILOTPROJEKT 2018-2019 STADT RÖTHA

Zusammenfassung der Marktforschung zur Einführung der Biotonne in Rötha (9.2018-9.2019)
Im September 2018 startete die KELL Kommunalentsorgung Landkreis Leipzig GmbH in Rötha (mit all seinen Ortsteilen) in eine einjährige Testphase um die Biotonne zu implementieren.
Nach Beendigung der Testphase bekamen 1494 Grundstückseigentümer*Innen die Möglichkeit der Evaluation mit einer schriftlich-postalischen Befragung durch L-Q-M Marktforschung. Insgesamt wurden 628 Fragbögen beantwortet, was einer Rücklaufquote von 42 Prozent entspricht.

Die Kernergebnisse werden im Folgenden dargestellt.
Die Teilnehmenden bewerteten das Pilotprojekt insgesamt, machten Angaben über ihr Entsorgungsverhalten und gaben Feedback.
Dabei zeigte sich ein positives Bild der Abfallentsorgung im Landkreis sowie dem kreiseigenen Entsorgungsunternehmen KELL: 42% der Befragten gaben an mit dem Entsorgungssystem im Landkreis Leipzig sehr zufrieden zu sein, 33% sind zufrieden. Weniger als 2 Prozent gaben an eher oder sehr unzufrieden zu sein. Die Bewertung der KELL fällt vergleichbar aus (44% sehr zufrieden; 32% eher zufrieden; >2% eher/sehr unzufrieden).
76 Prozent der Biotonnennutzer*Innen zeigten sich zufrieden mit dem neu angebotenen System (46% sehr zufrieden, 30% zufrieden) ca. fünf Prozent waren nicht zufrieden.

Über die allgemeine Bewertung hinaus wurden die praktischen Erfahrungen im Umgang mit der Biotonne erfragt. Dabei wurde deutlich, dass sowohl der 14-tägige Entleerungsrhythmus als auch die Tonnengröße den Anforderungen der Nutzenden entsprechen. Eine Auswahl von Probanden in Rötha nutzte im Testzeitraum die Biotonne mit speziellem Filterdeckel, welche jedoch zu keinen wesentlichen Meinungsabweichungen zur Biotonne führten.

Zusätzlich wurden die Teilnehmenden aufgefordert, ihr Trenn- und Befüllverhalten darzustellen. Dabei kann festgestellt werden, das die Biotonnen im Wesentlichen korrekt befüllt worden sind. Gleichwohl zeigten sich noch Wissenslücken, welche die KELL bei der flächendeckenden Einführung der Biotonne ab März 2020 durch eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit schließen will.

In freien Items zur Abfrage eines allgemeinen Feedbacks, gab es neben zahlreichen positiven Erwähnungen und Lob auch kritische Betrachtungen, welche sich besonders auf die Biotonnen-typischen Themen Geruchsbildung der Biotonne im Sommer (welche durch einen Biofilterdeckel reduziert werden kann, aber nicht gänzlich verhindert wird) sowie deren Reinigung bezogen.

Insgesamt stellt sich heraus, dass die Testphase in Rötha erfolgreich abgeschlossen wurde und die Biotonne weitgehend positiv angenommen wird. Dabei wird die Biotonne oft zusätzlich zu einem bereits vorhandenen Komposter benutzt und fungiert als sinnvolle Ergänzung, um auch diejenigen biologisch/organischen Abfälle einem sinnvollen Recycling zuzuführen, welche aufgrund Ihrer Art und Menge nicht selbst verarbeitet werden können.